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Selbsthilfetag in Halle 2007HändeldenkmalMarktkirche in Halle

Der Mensch ist nie total am Ende - wenn er will, gibt es immer einen

NEUEN ANFANG!


Foto von Ingo Panse aus Könnern (Saale)
 
Wer sind 
wir, was tun wir?

Wir sind eine selbständige, nicht geleitete Selbsthilfegruppe
für Menschen mit Suchtproblemen,
und richten unsere ehrenamtliche Tätigkeit nach dem Leitbild der
Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Bundesverband e. V. aus:
 
1. Wir setzen auf persönliche Beziehungen.
"Ein Freund ist ein Mensch, der mich annimmt, wertschätzt
und versteht. Auf Freunde kann ich mich jederzeit verlassen,
und Freunde können auf mich zählen."
Davon gingen die ehemaligen Patienten aus Fachkrankenhäusern
der Diakonie aus, als sie 1956 die ersten Freundeskreise gründeten,
und das ist auch heute noch Programm der Freundeskreise.
Das Zusammensein ist geprägt von Freundschaft, von offenem
Austausch und gegenseitiger Unterstützung.
Persönliche Beziehung und Freundschaft werden als Grundlage
für ein zufriedenes Leben ohne Suchtmittel angesehen.


2. Wir sehen den ganzen Menschen.
Im Mittelpunkt von Freundeskreisarbeit steht der von Sucht
betroffene Mensch. Freundeskreise haben hier eine ganzheitliche
Sichtweise. Es geht also nicht nur um die körperliche, sondern
auch um die seelische Gesundheit. Dabei ist vor allem eine Antwort
auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden.
Freundeskreise wollen den Prozess der Sinnfindung unterstützen.
Christliche Grundwerte, insbesondere die Liebe zum Nächsten,
sind dabei das Fundament. Aus diesem Verständnis heraus
gehören die Freundeskreise zur Diakonie. Freundeskreise sind
jedoch offen für alle Konfesionen.



3. Wir begleiten Abhängige und Angehörige gleichermaßen.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen können Abhängige
wie Angehörige gleichermaßen - wenn auch anders - von der
Sucht betroffen sein. Freundeskreise betrachten Sucht als
Familienkrankheit. Deshalb sind sie nicht nur für abhängige
Menschen offen, sondern genauso für die (Ehe-)Partner/innen,
Kinder, persönliche Freunde und Arbeitskollegen von Suchtkranken
oder Suchmittelmissbrauchern. Auch Angehörige bekommen
ebenso den Raum in der Gruppe, den sie für die Bearbeitung
ihrer eigenen Probleme benötigen. Vielerorts gibt es auch
spezifische, zielgruppenorientierte Gruppenangebote.

4. Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppen.
Selbsthilfe kennzeichnet: Selbstbestimmung, Eigenverantwortung,
Gleichberechtigung und Freiwilligkeit. Menschen kommen in
Selbsthilfegruppen, weil sie am Ende sind und ihre Probleme mit
Suchtmitteln nicht mehr allein bewältigen können. Die Erfahrungen
der anderen Betroffenen machen Mut und können einen
Umdenkungsprozess in Gang setzen. Neue und andere

Möglichkeiten, dass eigene Leben zu gestalten, eröffnen sich.
Das betrifft insbesondere auch den Umgang mit Konflikten.
Somit können Menschen in der Selbsthilfe persönlich reifen

und sich weiter entwickeln.

In den Selbsthilfegruppen der Freundeskreise gibt es keine
Hierarchien, keine Statuten oder schriftliche Verpflichtungen.

Einzig die selbst auferlegte Verpflichtung, über Inhalte des
Gruppengesprächs nach außen zu schweigen, ist notwendig,
damit das Gespräch in der Gruppe funktionieren kann.


5. Wir begleiten in eine zufriedene Abstinenz.
Suchtkrankheit kann nur dann zum Stillstand kommen, wenn der
Suchtmittelkonsum eingestellt wird. Ein abhängiger Mensch ist
nicht in der Lage, dauerhaft den Suchtmittelkonsum zu steuern
oder zu kontrollieren. Den Entschluss zur Suchtmittelabstinenz
trifft jedes Freundeskreismitglied selbstbewusst und eigenverantwortlich.
Die Gruppe begleitet den Prozess zur Entscheidungsfindung als
solidarische Gemeinschaft und unterstützt in Krisensituationen.

6. Wir sind für alle Suchtformen offen.
Freundeskreise sprechen mit ihrer Gruppenarbeit in erster Linie
Menschen mit einer Alkohol- und/oder Medikamentenproblematik
an. Die Gruppen sind jedoch offen für andere Süchte, wie zum
Beispiel Spielsucht und Essstörungen. Auch Menschen mit einer
Abhängigkeit von illegalen Drogen sind willkommen.
Freundeskreise bemühen sich um Offenheit, denn sie wollen
gerade auch junge Menschen ansprechen, die oftmals nicht
nur von einem Suchtmittel abhängig sind. Freundeskreise bieten
Hilfe zur Gruppengründung an, um Abhängige von anderen
Süchten zu untersützen.

7. Wir leisten ehrenamtliche Hilfe.
Menschen in den Freundeskreisen können nach einer gewissen Zeit
der Reifung zu aktiven Mitarbeiter/innen in der Suchtselbsthilfe
werden. Sie geben dann ihre persönlichen Erfahrungen an
Interessierte weiter und informieren über Suchterkrankungen
in Schulen, Konfirmandengruppen, Betrieben etc. Dies geschieht
immer Ehrenamtlich und unentgeltlich. Mit diesem bürgerschaftlichen
Engagement leisten die Mitglieder der Freundeskreise einen
wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und tragen zu Einsparungen
im Gesundheitswesen bei.

Die Übernahme von Aufgaben bringt jedoch auch finanzielle
Belastungen mit sich und ist kaum ohne ideelle und materielle
Unterstützung durchzuführen. Die Annahme von öffentlichen
Geldern bringt Sachzwänge mit sich, die die Struktur einer
Selbsthilfegruppe beeinflussen und auch gefährden können.
Freundeskreise sind sich dieser Gefahr bewusst. Der
unbestrittene Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei
immer an erster Stelle.

8. Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe.
Das Angebot der Freundeskreis umfasst Beratung und Betreuung
im Sinne von Selbsthilfe, Motivationsarbeit, Durchführung von
Gruppenabenden, von Hausbesuchen und Begleitung der
Suchtkranken und Angehörigen zu Beratungsstellen, Fachklinkiken,
Behörden etc.

Allein durch den Anschluss an eine Freundeskreisgruppe
finden immer mehr Suchtkranke und Suchtmittelmissbraucher
den Weg zur abstinenten Lebensgestaltung.

Freundeskreise arbeiten im Behandlungsverbund der
Suchtkrankenhilfe partnerschaftlich mit anderen Institutionen
zusammen, insbesondere mit Beratungsstellen und Fachkliniken.
Sie verstehen sich als eine verlässliche Säule des
therapeutischen Verbundes. Haupt- und Ehrenamtliche können
sich so vor Ort optimal ergänzen.

Auf Landes- und Bundesebene sind Freundeskreise über ihre
Mitgliedschaft im Gesamtverbund für Suchtkrankenhilfe im
Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.
(Berlin) und in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V.
(Hamm) in den Behandlungsverbund eingebunden. Mit den
Selbsthilfe- und Abstinenzverbänden gibt es eine gute
Kooperation, was unter anderem in der Durchführung
gemeinsamer Projekte zum Ausdruck kommt.

9. Wir sind Freundeskreise.
Freundeskreis bedeutet: Ein Kreis von Freunden. Im Laufe ihrer
Entwicklungsgeschichte haben sich Freundeskreise organisiert
und Strukturen geschaffen. Sie haben Landesverbände und
schließlich den Bundesverband gegründet. Über diese Gemeinschaft
wissen sich die Mitglieder als Freunde verbunden. Ein Netzwerk der
persönlichen Hilfe ist entstanden. Diese gewachsenen Organisations-
strukturen werden von allen Mitgliedern mitgetragen und anerkannt.
Deshalb leisten Freundeskreis-Mitglieder auch ihren
finanziellen Beitrag zur Gemeinschaft.

Die Präsentation der Gemeinschaft in der Öffentlichkeit erfolgt
durch die Wort- und Bildmarke des Freundeskreis-Logos.

Freundeskreise sind keine anonymen Gruppen. Die Gruppenbegleiter
sind namentlich als Ansprechpartner bekannt.


Wir leben und handeln nach dem International gültigen Gelassenheitsspruch

Gott gebe mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut Dinge zu ändern,

die ich ändern kann,

und die Weisheit das eine

vom anderen zu unterscheiden.



 

Unser Freundeskreis trifft sich:

Jeden Freitag 19:00 Uhr bis ca. 21:00 Uhr

in der Evangelischen Stadtmission Halle (kleiner Saal)

Weidenplan 3 - 5

06108 Halle (Saale)

- für alle die einen neuen Anfang suchen jeden Freitag ab 18:00 Uhr -

 

Unsere Angehörigen treffen sich:

jeden letzten Freitag im Monat 19:00 Uhr bis ca. 21:00 Uhr

in der Evangelischen Stadtmission Halle (Gruppenraum)

 

Ziele und Inhalte unserer Treffen:

- Erstkontakt bei Problemen mit Suchtmitteln

- Einsicht in die Abhängigkeitsproblematik

- Begleitende Hilfen während einer Behandlung

- Hilfe bei der Bewältigung des Alltags

- Vermittlung weiterer Hilfen


Voraussetzung dafür ist:

- vom lieb gewonnenen Suchtmittel LOSKOMMEN wollen

 

 

 

Wir stellen unseren Freundeskreis im Wechsel

14-tägig in der Entgiftungsstation der Diakonie Halle (Station XI),

und jeweils den ersten Donnerstag im Monat im Psychiatrischen Krankenhaus der AWO in Halle-Neustadt vor,

um Betroffenen einen Weg aus der Sucht zu zeigen.

Bei Bedarf stellen wir unseren Freundeskreis auch an Schulen und anderen Einrichtungen vor!
Sollte Bedarf bestehen, so klickt bitte hier:
Kontakt

Weitere Informationen rund um die Süchte erhaltet Ihr hier:

Bundesverband der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe

     Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt     Stadtmission Halle (Saale)

         Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Halle (Saale)     Deutsche Haupstelle für Suchtfragen     Gesundheitliche Chancengleichheit


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